Geschichte

Dass es einen Ort namens Uelitz gibt, davon ist erstmalig aus einer Urkunde zu erfahren, die auf das Jahr 1218 datiert. Sie ist zwar unecht, bezieht sich aber auf ein Rechtsgeschäft zwischen den Grafen von Schwerin und den Zisterziensermönchen in Reinfeld, das in jenem Jahr wahrscheinlich genauso vereinbart worden ist. Eine Fälschung ist die Urkunde also wohl nicht.

 

Ob die Wurzel des Dorfnamens sich aus einer entsprechenden slawischen Siedlung ableitet, lässt sich kaum klären. Die um 1200 erfolgte „deutsche“ Besiedlung hat der Gegend südlich von Schwerin ein Gesicht gegeben, das sie im Wesentlichen bis heute prägt. Die Dörfer wurden, von den sogenannten Lokatoren, mit ihrer Feldmark in Abständen von etwa 3 km angelegt. Vorgezogen wurden (auch in Gegenden mit leichten Böden) Ökotopen-Grenzlagen. Das bedeutet für Uelitz, dass im Süden zum Kraaker Mühlenbach hin Wiesen und Weideland für die Viehwirtschaft zur Verfügung standen und nördlich des Dorfes die Getreideproduktion auf den trockeneren Standorten erfolgte.
 
1218 übergaben die Grafen von Schwerin das Dorf (und Lübesse) den Zisterziensern aus Reinfeld bei Lübeck. Die Grafen schmälerten damit zwar ihre Rechte im Herrschaftsbereich, bekamen dafür aber kostbare Gebetsleistungen für ihr Seelenheil und wurden durch den mächtigen, gut vernetzten Orden bei der Kultivierung ihres Territoriums unterstützt. Die Grund- und Gerichtsherren von Uelitz saßen über Jahrhunderte nicht in Schwerin, sondern in Ostholstein. Davon, dass die Zisterzienser im Dorf einen regional bedeutsamen Klosterhof betrieben, fehlt heute leider jede materielle Spur. Auch von ihrer Backsteinkirche ist bis auf überbaute Fundamte nichts mehr vorhanden. Ihr kostbarer Marien-Schnitzaltar ist Ende des 19. Jahrhunderts abgebaut und weggegeben worden.

 

In Uelitz wurden den Schriftquellen zufolge, die Abgaben der umliegenden Ordensbesitzungen gesammelt und die Überschüsse der Agrarprodukte vermutlich nach Lübeck gebracht. Ob die Uelitzer Bauern Abgaben an die Zisterzienser leisteten oder ob die Mönche bzw. die Laienbrüder (Konversen) des Ordens sogar eine Wirtschaft auf eigene Rechnung betrieben, lässt sich nur schwer sagen.

 

Jedenfalls war auch in Uelitz ein Wirtschaftsmotor des Spätmittelalters aktiv, der dem Orden gewaltige Reichtümer zuführte. Dazu gehörte u. a. die wasserwirtschaftliche Nutzung des Mühlenbaches. Nicht von ungefähr gerieten die für Uelitzer Brüder über die Stauhöhe des Wassers mit den benachbarten Johannitern in Kraak und Sülstorf in Streit.

 

Dieser über Jahrhunderte bestehenden Ordnung entzog die Reformation ihre geistlichen und wirtschaftlichen Grundlagen. Die Ordensdörfer lagen schon seit 1358, als die Schweriner Grafen ihre Grafschaft verkauften, inmitten der Herrschaft der Herzöge zu Mecklenburg. Diese legten, wo sie konnten, ihre Hand auch auf die geistlichen Besitzungen. Der Orden war nicht mehr in der Lage, seine Dörfer und Rechte zu schützen. Das änderte sich erst, als der mit den Mecklenburgern verwandtschaftlich verbundene dänische König das Reinfelder Kloster 1582 säkularisierte und damit auch die mecklenburgischen Besitzungen übernahm. Die Uelitzer „Dänenzeit“ dauerte aber nur bis 1605, da die Dänen den Außenposten gerne wieder loswerden wollten. König Christian IV. verkaufte die seit „vielen undenklichen Jahren“ im Besitz der Zisterzienser befindlichen Besitzungen in Mecklenburg aus verwandtschaftlichem Gefallen und im Sinne guter Nachbarschaft für 15.000 Gulden an Herzog Karl zu Mecklenburg. Der Herzog nahm den „Hof und die Pächte zu und aus Uliz,  Wittenförde, Coßrade, Lübbesse“ mit weiteren Dörfern und Mühlen gerne in seinen Besitz.

 

Will man historisch korrekt sein, gehört Uelitz mit allen Rechten also erst seit 1605 zu Mecklenburg. Seitdem nimmt die Geschichte des Dorfes den Lauf eines typischen mecklenburgischen Bauerndorfes, das zum Domanium, zum unmittelbaren Besitz der Herzöge gehörte. Überreste aus dieser alten Zeit sind das Uelitzer Pfarrhaus-Ensemble aus den Jahren nach 1786 und die barocke Kirche. Die kostbare Deckenmalerei in der Kirche aus dem Jahr 1750, die die Regierung Herzog Christian II. Ludwigs von Mecklenburg verherrlicht, ist in Norddeutschland einmalig. Die mittelalterliche Kirchenglocke zählt zu den ältesten Mecklenburgs. Uelitz besaß 12 Vollbauern-Höfe, deren Anlage um die Kirche herum auch heute noch zu erkennen ist. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die 12 Büdnereien errichtet, von 1846 an kamen über 50 Häuslereien hinzu – Mittel- und Kleinbauernwirtschaften, die das Dorfbild bis in die 1960er Jahre prägten.


Die Untersuchung des epochalen Wandels, der das Dorf mit Bodenreform und Kollektivierung der Landwirtschaft sowie 1989 mit der Wende erfasste, soll Gegenstand der Dorfchronik werden.